Erster Titel 2019 für den SV Herbede

Zweite Mannschaft ist Hallenstadtmeister der Reserveteams

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Heinemann spielt mit seinem Sohn zusammen

Foto: Barbara Zabka

Seine komplette aktive Karriere verbrachte Frank Heinemann beim VfL Bochum. Um mit seinem Sohn Lukas zu spielen, trägt er jetzt das Trikot des SV Herbede

23 Jahre lagen zwischen den letzten beiden Meisterschaftsspielen, die Frank Heinemann absolvierte. Seine vorletzte Partie bestritt er im August 1995. Mit dem VfL Bochum besiegte er in der 2. Bundesliga Hannover 96 mit 1:0. Im Dezember 2018 feierte der mittlerweile 52-Jährige sein Comeback. Acht Ligen tiefer, in der Kreisliga B, hieß der Gegner nicht mehr Hannover, sondern Hammerthal. Schuld daran ist sein Sohn Lukas.
 
Das fußballerische Talent vom Papa, der 1988 mit dem VfL Bochum im DFB-Pokalfinale stand (0:1 gegen Eintracht Frankfurt), hat Lukas Heinemann nicht ganz geerbt. Dafür aber die Vereinstreue. Seitdem der heute 22-Jährige in der F-Jugend mit dem Fußballspielen begann, trägt er das Trikot des SV Herbede. In der zweiten Mannschaft kickt er gemeinsam mit „seinen Jungs“, ein Großteil des Teams spielt schon seit vielen Jahren zusammen. Nach der A-Jugend gründeten sie eine neue vierte Mannschaft beim SVH, mittlerweile ist man im Verein aufgerückt und bildet den Unterbau der Bezirksliga-Truppe. „Ich fühle mich da einfach wohl“, so Lukas Heinemann.
 
 
Sohn Lukas war erst dagegen

Irgendwann begannen Lukas und Frank Heinemann, einen Plan zu schmieden. Einmal gemeinsam auf dem Platz stehen, Vater und Sohn. Eine schöne Idee, deren Umsetzung in den letzten Monaten immer konkretere Formen annahm. 

Frank Heinemann besorgte sich einen Spielerpass und trainierte regelmäßig mit der Mannschaft von Trainer Björn Brose. Weil Lukas Verletzungen an beiden Knien mit sich herumschleppte, mussten sich beide gedulden. Anfang Dezember war es dann so weit – ausgerechnet im Platzderby gegen den Hammerthaler SV. Frank Heinemann stand in der Startelf, Lukas wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt. Das Spiel endete torlos.

„Eigentlich war ich lange dagegen, dass Papa in unserer Mannschaft spielt. Einfach, weil ich es komisch fand. Jetzt muss ich sagen: Es hat Spaß gemacht und war eine schöne Erfahrung“, sagt Lukas Heinemann. Und wie fühlte sich Vater Frank nach seinem Comeback? 216 Profispiele in der ersten und zweiten Liga hat er absolviert, alle für den VfL Bochum. 

Der SV Herbede ist nun der zweite Verein in seiner Laufbahn. „Für uns war das eine einzigartige Situation“, sagt Frank Heinemann. „Ich war überrascht, wie viel Spaß es gemacht hat. Nur etwas fitter könnte ich sein.“
Fußballlehrer Heinemann, der nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn über 20 Jahre als Co-Trainer in den ersten beiden Ligen aktiv war, ist voll des Lobes über die Herbeder Reserve. „Das sind alles ganz tolle Jungs und ich freue mich wirklich, wenn ich ihnen helfen kann.“ Seine Hauptaufgabe: für Ruhe im Spiel sorgen. 

„Viele wollen immer direkt spielen, sind dabei viel zu hektisch“, so Frank Heinemann. Wichtiger sei, präzise zu spielen. Da könne man ruhig mal den zweiten oder dritten Kontakt dazunehmen. Mit all seiner Routine führte der 14-fache Bundesligatorschütze gegen Hammerthal Regie im SVH-Spiel. Und noch eines versucht er den jungen Burschen von der Kemnade zu vermitteln: „Egal ob in der Bundesliga oder in der Kreisliga: Wenn ich auf dem Platz stehe, ist es entscheidend, dass ich gewinnen will.“

So ganz nach Vorstellung verlief die Hinrunde für die Kemnade-Kicker nicht. Der Vorjahresdritte holte aus 16 Spielen 15 Punkte, steht auf Rang elf. „Das war bisher nicht das Gelbe vom Ei. Teilweise sah es grottig aus, was wir gespielt haben“, sagt Lukas Heinemann. Sein Vater sieht das Team vom Potenzial her „unter den ersten Fünf.“ Ob man in dieser Saison noch in diesen Bereich vordringen kann, ist fraglich. Mehr Punkte sollen im neuen Jahr aber auf jeden Fall her. Frank Heinemann wird bei diesem Unterfangen weiterhin mitwirken.

„Ich helfe den Jungs gerne, möchte aber niemandem den Platz wegnehmen“, sagt der Ex-Profi. In der Mannschaft ist er willkommen, wie sein Sohn bestätigt: „Die Jungs wollen, dass er spielt. Sie fragen immer, ob er kommt.“ An Weihnachten spielt der Fußball für ein paar Tage allerdings mal keine Rolle. Heiligabend feiern die Heinemanns ganz klassisch: in geselliger Runde im Kreise der Familie.
 

Wo seine fußballerische Heimat liegt, muss Frank Heinemann nicht lange überlegen: „Ich bin Bochumer Junge.“ Der gebürtige Bochumer war insgesamt rund 36 Jahre beim VfL aktiv, als Jugendspieler, Profi und Co-Trainer. Als Spieler und Trainer stieg er mit den Blau-Weißen auf und ab. Die größten Erfolge feierte er an der Seitenlinie: Unter den Cheftrainern Klaus Toppmöller (1997) und Peter Neururer (2004) zog der VfL Bochum in den Uefa-Cup ein. Als Neururer zum zweiten Mal Trainer an der Castroper Straße wurde, schlug Heinemann beim Hamburger SV ein Angebot zur Vertragsverlängerung aus und ging stattdessen zurück zu seinem VfL.


Abseits des Platzes ist die Familie Heinemann seit 24 Jahren in Witten, genauer gesagt im Stadtteil Heven, zuhause. „Wir sind Wittener“, sagt Heinemann, „ich habe am Auto sogar ein WIT-Kennzeichen.“ 

Die Heinemanns leben gerne in Heven, zum Fußballspielen geht es allerdings nach Herbede. Seitdem Sohn Lukas beim SVH spielt, ist Frank Heinemann regelmäßig Gast am Herbeder Sportplatz. Den SVH schätzt er sehr. „Immer, wenn ich nach Herbede komme, fühle ich mich da sehr wohl.“ Im Job hatte er zuletzt weniger Glück. 

An der Seite von Norbert Meier wurde Heinemann sowohl bei Darmstadt 98 als auch beim 1. FC Kaiserslautern nach wenigen Monaten beurlaubt. Der 52-Jährige hofft aber, bald wieder im Profifußball arbeiten zu können. „Ich wünsche keinem Kollegen die Entlassung. Aber wenn sich etwas Passendes ergibt, dann gerne“, so Heinemann. Bis dahin hat er ja den SV Herbede II.
 
Autor: Marcel Kling - WAZ
 
 

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